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Wer sich für böhmisches Glas interessiert, möchte oft mehr über die Fachbegriffe erfahren. Deshalb haben wir für den besonders Interessierten eine kleine Erläuterung aufgenommen.
1. Glasarten und -benennungen:
- Kristallglas ist das erstmals 1463 in Venedig erwähnte farblose Glas aus reinem Sand und Soda. - Uranglas ist eine grünlichgelbe bis gelblichgrüne Einfärbung des Glases, welches durch Zugabe von Uranocid entsteht. -
Milchglas (auch Bein- oder Knochenglas genannt) entsteht durch Zugabe von Knochenasche oder Zinnoxid. - Alabasterglas ist im Unterschied zum Milchglas durchscheinend, seit 1840 auch farbig (grün, violett, rosa, hellblau). - Opalglas ist wie Milchglas wenig durchscheinend, aber mit rötlich schimmernder
Oberfläche. - Agatin, ein Glas mit mattierter Oberfläche, - Achatglas ist ein marmoriertes Glas, - Rotes Glas wird entweder durch Zusatz von Kupferoxid oder Goldchlorid her- gestellt. - Violettes, blaues und grünes Glas wird durch Zusatz von Metalloxiden (Manganoxid, Eisenoxid, Kupferoxid, Kobaltoxid u.s.w.) hergestellt.
2. Schleifen, schneiden und ätzen:
- Schleifen: Technik zur Beseitigung von Unebenheiten und als Zierschliff zur Erzeugung von Flächen. - Schneiden: Auch Gravur genannt. Im Gegensatz zum Schleifen werden hierbei reliefartige erhabene oder vertiefte Muster aus dem Kernglas heraus- oder
hineingearbeitet. - Ätzen geschieht hauptsächlich durch Flußsäure zum Aufrauhen oder Glätten von
Oberflächen, oder zur Erzielung von Reliefen.
3. Überfänge und Farblasuren:
Zur Erzeugung von farbigem Glas existieren drei Möglichkeiten: - das in der Masse gefärbte Glas, - der Glasüberfang, bei dem dem Kernglas innen oder außen Farbglasschichten aufgeschmolzen werden. Manchmal schwer von dem in der Masse gefärbtem und teurerem Glas zu unterscheiden.
- Farblasuren werden mit dem Pinsel aufgetragen und anschließend eingebrannt. Dies kann in mehreren Farbvarianten geschehen, oft sind mehrere Brände erforderlich.
4. Bemalung:
- Emailmalerei: Eine malfähige Masse aus Metalloxiden, Blei und leichtflüssigem
Glaspulver, bei dem die leuchtenden Farben erst beim Einbrennen entstehen. - Goldmalerei: Entweder als Blattgold mit Leim aufgetragen und anschließend
poliert, oder bei der Feuervergoldung als Goldpulver mit Öl und Boraxpulver vermischt, aufgetragen und gebrannt. Dabei verflüchtigt sich das Öl, das
Boraxpulver verglast und das Goldpulver kann poliert werden. Ähnlich ist es bei Silbermalerei. - Lüstrierung: wird duch Metallharze erzeugt, die in ätherische Öle gelöst sind.
Nach dem Einbrennen tritt der schimmernde Effekt auf. - Schwarzlotmalerei ist eine flache Malerei aus leichtflüssigem zerkleinertem
Bleiglas und gebranntem Kupfer-Hammerschlag und erzeugt eine braune bis schwarze Farbe. - Zwischengoldtechnik besteht aus einem Zweischichtglas, bei dem Gold- oder
Silberfolie zwischen die genau passend geschliffenen Schichten gelegt und mit Harz gebunden wird.
Ein kleiner Rundgang durch eine Fabrikation wird auf der Seite Produktionsbilder gezeigt und erklärt einiges, was oben geschildert ist.
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